FREIE WÄHLER Sachsen wollen bezahlte Pflege innerhalb der Familie

Steffen Große:
„Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege nötig“

Angesichts der wachsenden Zahl von Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, bezweifeln die FREIEN WÄHLER, dass die Zahl der beruflich ausgebildeten Fachkräfte künftig reichen wird. „Bei aller Attraktivitätssteigerung für den Beruf, wird die Zahl der Bewerber und Pfleger nicht reichen. Mangel gibt es beim Nachwuchs ja auch in anderen Berufsrichtungen“, erklärt Landesvorsitzender Steffen Große.

Die FREIEN WÄHLER plädieren deshalb dafür, die Pflege von Familienangehörigen durch Familienangehörige im häuslichen Umfeld noch mehr zu erleichtern (Vereinbarkeit von Beruf und Pflege) und sie bis zu einem bestimmten Pflegegrad zu fördern. Am Ende sei es egal, ob der Pflegezuschuss an eine ambulante Pflegefirma oder ein Pflegeheim geht oder aber an ein Familienmitglied.  Außerdem darf die innerfamiliäre Pflege kosten-seitig nicht zu Lasten des Familienmitgliedes als Arbeitnehmer gehen. Ein Teilzeitmodell mit Pflegezuschuss sei ohne finanzielle Belastung der Arbeitgeber machbar.

Große: „Für die Arbeitgeber wurde alles wunderbar gelöst, für die pflegebereiten  Familienmitglieder bleibt das Minus. Die Bundesregierung muss das Manko beseitigen. Wir brauchen ein Recht auf unbefristete Pflege von Familienangehörigen mit nachgewiesenem Bedarf ohne finanzielle und berufliche Nachteile.“

Bislang müssen sich Arbeitnehmer mit Verdienstausfall freistellen lassen (max. 6 Monate) oder sind im „besseren“ Fall auf das Wohlwollen des Arbeitgebers zur Vereinbarung einer Familienpflegezeit angewiesen – im ob und Umfang. Jedoch maximal 2 Jahre lang. Außerdem verliert der Arbeitnehmer die Hälfte des Gehalts für die reduzierten Stunden. Die andere Hälfte des Lohnes für die reduzierten Stunden erhalten Arbeitgeber vom Bund als zinsloses Darlehen und reichen es an den Arbeitnehmer weiter. Der Arbeitgeber behält sich für die Rückzahlung des Darlehens erneut einen Teil des Lohnes des Arbeitnehmers nach Beendigung der Familienpflegezeit ein. Außerdem muss der Arbeitnehmer eine Familienpflegezeitversicherung abschließen, damit dem Arbeitgeber Kosten ausgeglichen werden, falls der Arbeitnehmer, der pflegen will, in der Familienpflegezeit selbst verstirbt oder berufsunfähig wird.

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FREIE WÄHLER Sachsen
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